Wie bei Muttern

Gesundes Pausenbrot und dann? Eine Studie zeigt: Obwohl mehr als die Hälfte aller Mütter berufstätig ist, kümmern sie sich maßgeblich um die Versorgung der Familie. Folgende Versorgungstypen haben Gießener Wissenschaftlerinnen in einer Studie identifizieren können.

Wie bei Muttern

Die entspannten Unkonventionellen sind hochqualifiziert und haben Kinder im Teenageralter, denen sie früh beigebracht haben, sich vernünftig zu ernähren. Die Mütter können sicher sein, dass in ihrer Abwesenheit keine Junkfoodparty steigt. Das warme Abendessen ist die einzige Familienmahlzeit und wird regelrecht zelebriert.

Die familienorientierten Traditionalistinnen sind die Ernährungsministerinnen ihrer Familie, kochen täglich ein ausgewogenes Mittagessen und stehen der Schul- oder Kitaverpflegung skeptisch gegenüber. Die Mütter sind super organisiert, nutzen z.B. Zeitschaltuhren am Backofen, damit es mittags schnell geht. Ihren Job ordnen sie dem Familienalltag eindeutig unter.

Die ambivalenten Ess-Individualistinnen haben flexible Arbeitszeiten, und trotzdem sitzt die Familie selten gemeinsam an einem Tisch. Hinter dem Motto „Jeder isst bei uns, wenn er Hunger hat“, stecken häufig Gewichtsprobleme der Mütter. Ein Mittagessen in Kindergarten und Schule würden die Frauen in Anspruch nehmen.

Die berufsorientierten Netzwerkerinnen sind sehr gut ausgebildet. Dass ihre Kinder ein gesundes Mittagessen bekommen, liegt diesen Müttern am Herzen. Da sie von den Kochkünsten ihrer Aupairs oder Tagesmütter nicht überzeugt sind, kochen sie trotz Vollzeitjob abends, um Defizite vom Mittagessen auszugleichen.

Die pragmatischen Selbständigen sind gut ausgebildet und haben sich mit Geburt des ersten Kindes selbständig gemacht. Dank der Oma für den beruflichen Notfall, nehmen sie alle drei Mahlzeiten zusammen mit den Kindern ein. Die Mütter kochen zwar mittags, die Kinder müssen aber abräumen oder einkaufen.

Die überlasteten Einzelkämpferinnen arbeiten Vollzeit, oft im Schichtdienst. Häufig haben sie einen Migrationshintergrund und kaum Verwandte, die sie unterstützen. Sie identifizieren sich mit ihrer Rolle als Versorgerin. Häufiger als in anderen Familien gibt es Süßspeisen, Kuchen, üppige Fleisch- und Fischgerichte. Es soll schmecken und satt machen

Die aufopferungsvollen Versorgerinnen besitzen keine oder nur geringe Berufsqualifikationen, arbeiten Teilzeit oder haben einen 400-Euro-Job. Die Mütter leben für die Familie. Väter und erwachsene Söhne erhalten eine Rundumverpflegung, doch die Frauen haben ihr Ideal, alle im Hotel Mama an einen Tisch zu locken, aufgegeben.